So wird dein Darmgesundheits-Score berechnet

Jede Zahl, die PooDoo dir zeigt, geht auf eine klinische Quelle zurück. Hier siehst du genau, wie – und warum.

Dieses System beruht auf klinisch beobachteten Zusammenhängen und stellt keine medizinische Diagnose dar.

Unsere App verwendet einen gewichteten algorithmischen Ansatz, um dein Verdauungswohlbefinden zu bewerten. Aus physiologischen Merkmalen und sensorischen Angaben berechnen wir eine 10-Punkte-Skala, die deinen aktuellen Magen-Darm-Status widerspiegelt. Unsere Methodik beruht auf internationalen klinischen Standards. Grundlage ist vor allem die Bristol-Stuhlformen-Skala (BSFS), ursprünglich von Lewis & Heaton entwickelt und später in modernen multizentrischen Studien von Saad et al. validiert, die ihre hohe Aussagekraft für die Darmpassagezeit bestätigten. Außerdem richten wir unsere Kennzahlen an den Global Guidelines der World Gastroenterology Organisation (WGO, 2025) für eine umfassende Beurteilung der Darmfunktion aus.

Verständliche Ratgeber, die zu dieser Methodik passen: Bristol-Stuhlformen-Skala, Trinkgewohnheiten und Stuhltagebuch.

Du willst zuerst die Übersicht nach Typen? Dann schau in die Bristol-Stuhlformen-Skala oder den Stuhlfarben-Guide.

Die Ausgangsbasis: Jede Bewertung beginnt mit der vollen Punktzahl 10. Abzüge gibt es für Abweichungen von „optimalen“ biologischen Werten.

Szenario 1: Es gab Stuhlgang

Wenn du einen Stuhlgang einträgst, bewertet der Algorithmus fünf zentrale Dimensionen der Verdauungseffizienz:

1. Stuhlkonsistenz (Bristol-Skala)

Wir nutzen die Bristol-Stuhlformen-Skala (BSFS), ein medizinisches Hilfsmittel, das die Form des menschlichen Stuhls in sieben Kategorien einteilt.

  • Optimal (Typ 3 & 4): Sie gelten als „Goldstandard“ für einen gesunden Darm und zeigen eine gute Passagezeit und ausreichende Flüssigkeitszufuhr an. (Kein Abzug)
  • Verstopfung (Typ 1 & 2): Es werden Punkte abgezogen (−2 bis −4), da diese Typen auf eine langsame Passage und mögliche Dehydrierung hindeuten.
  • Durchfall/Stuhldrang (Typ 6 & 7): Deutliche Abzüge (−2 bis −4) wegen der schnellen Passage und des Risikos einer Malabsorption.

2. Farbindikatoren

Die Stuhlfarbe ist ein klinisch relevanter Indikator für die Gesundheit von Magen-Darm-Trakt und Gallenwegen. Laut begutachteter medizinischer Literatur beruht die normale braune Färbung vor allem auf Sterkobilin, einem Gallenfarbstoff, der aus dem Hämoglobinstoffwechsel stammt.

  • Normal (braun): Zeigt eine normale Gallenproduktion und Darmverarbeitung an.
  • Blass/weiß (acholischer Stuhl): Kann auf einen verminderten oder fehlenden Gallefluss hindeuten, häufig im Zusammenhang mit einem Gallenwegsverschluss oder Lebererkrankungen.
  • Schwarz (Meläna): Deutet typischerweise auf eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt hin, bei der das Blut auf dem Weg durch den Verdauungstrakt verdaut wird.
  • Rot (Hämatochezie): Weist auf eine Blutung im unteren Magen-Darm-Trakt hin, wie in den klinischen Leitlinien der British Society of Gastroenterology beschrieben.
  • Kritische Farben: Weißer (blasser), schwarzer (teerartiger) oder roter (blutiger) Stuhl führt zu einem deutlichen Abzug (−7 Punkte) und zur sofortigen Empfehlung, einen Arzt aufzusuchen, da dies auf einen Gallenwegsverschluss oder eine Magen-Darm-Blutung hindeuten kann.

Die ausführliche Übersicht findest du im Stuhlfarben-Guide.

3. Subjektives Befinden & Empfindung

Das körperliche Erleben des Stuhlgangs ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit von Beckenboden und Enddarm.

  • Schmerzen oder unvollständige Entleerung: Bei schmerzhaftem Stuhlgang gibt es Abzüge (−1,5 bis −5); er kann mit Hämorrhoiden, Fissuren oder einer Dyssynergie der Defäkation zusammenhängen (Quelle: PubMed/NCBI).

4. Geruch und Bauchgefühl

Geruch ist zwar natürlich, doch „fauliger“ oder „extrem scharfer“ Geruch kann auf Malabsorption oder Gärungsprobleme hinweisen. Ebenso senkt vorhandenes Bauchunwohlsein den Score um bis zu 2 Punkte.

Szenario 2: Kein Stuhlgang (Gasanalyse)

Gab es keinen Stuhlgang, wechselt das System zur Bewertung der Darmgas-Dynamik. Blähungen sind ein normales Nebenprodukt der Verdauung, doch ihre Häufigkeit und ihr Geruch geben Hinweise auf dein Mikrobiom.

  • Geruchsprofil: Neutrales oder übliches Gas ist normal. Starke „schwefelige“ oder „faulige“ Gerüche können auf eine hohe Proteinfermentation oder Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Lebensmittelgruppen (FODMAPs) hinweisen. Hohe Intensität senkt den Score um bis zu 3 Punkte.
  • Häufigkeit: Im Durchschnitt gehen Menschen 13–21-mal pro Tag Gase ab; eine „übermäßige“ Häufigkeit zusammen mit Beschwerden kann auf eine bakterielle Überwucherung oder Maldigestion hindeuten.
  • Allgemeines Bauchgefühl: Ohne Stuhlgang sind Blähgefühl oder „Schwere“ die wichtigsten Anzeichen für Spannung im Darm.

Score-Einordnung

Score Status Beschreibung
9 – 10 Ausgezeichnet Dein Verdauungssystem arbeitet optimal.
6 – 8 Gut Kleine Abweichungen, wahrscheinlich durch vorübergehende Ernährungs- oder Stressfaktoren.
3 – 5 Aufmerksamkeit nötig Anzeichen eines Ungleichgewichts. Achte auf mehr Flüssigkeit und Ballaststoffe.
0 – 2 Ungleichgewicht Dein Darm signalisiert eine deutliche Störung seines normalen Rhythmus.

WICHTIG: Wenn du eine „kritische“ Warnung erhältst oder dein Score dauerhaft unter 3 liegt, empfehlen wir, einen Gastroenterologen aufzusuchen. Dieses Tool dient dem Tracking zu Bildungszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Berechnung des Analyse-Scores (zeitbasiert)

Im Bereich Analyse wird dein Verdauungs-Score über einen gewählten Zeitraum berechnet (z. B. 3 Tage, eine Woche oder einen Monat). Er spiegelt nicht nur einzelne Ereignisse wider, sondern dein gesamtes Verdauungsmuster.

Schritt 1: Durchschnittliche Qualität
Zuerst berechnet das System den Durchschnitt aller erfassten Stuhlgänge im gewählten Zeitraum. Er steht für die allgemeine Qualität deiner Verdauung.
Schritt 2: Häufigkeit des Stuhlgangs
Als Nächstes bewertet das System, wie oft Stuhlgang stattfindet. Sowohl sehr seltene als auch übermäßig häufige Muster können auf ein Ungleichgewicht hindeuten; dieser Faktor passt den Score entsprechend an.
Schritt 3: Regelmäßigkeit über die Zeit
Außerdem betrachtet das System, wie gleichmäßig der Stuhlgang über die Tage verteilt ist. Regelmäßige Muster gehen mit einer gesünderen Magen-Darm-Funktion einher, unregelmäßige Muster können den Score senken.
Schritt 4: Endergebnis
Das Endergebnis kombiniert:
  • die durchschnittliche Qualität der einzelnen Ereignisse,
  • wie häufig sie auftreten,
  • und wie gleichmäßig sie über die Zeit verteilt sind.
Das Ergebnis wird anschließend auf eine standardisierte Skala von 15 bis 100 angepasst, damit es für alle Nutzer klar und vergleichbar bleibt – im Einklang mit der klinischen Erkenntnis, dass sowohl Häufigkeit als auch Regelmäßigkeit des Stuhlgangs wesentliche Indikatoren der Magen-Darm-Gesundheit sind.
  • 15: Weist auf ein erhebliches Ungleichgewicht und möglicherweise schlechte Verdauungsgesundheit hin.
  • 100: Steht für optimale Verdauungsfunktion und sehr gleichmäßige, gesunde Muster.

Dieser Ansatz zeigt sowohl, wie gut dein Verdauungssystem funktioniert, als auch, wie stabil es über die Zeit ist – und liefert so ein vollständigeres Bild deiner Darmgesundheit als eine einzelne Messung.

Wissenschaftliche Quellen

  • Die Grundlage: Lewis, S. J., & Heaton, K. W. (1997). Stool form scale as a useful guide to intestinal transit time. Scandinavian Journal of Gastroenterology. [PubMed]
  • Klinische Validierung: Saad, R. J., et al. (2010). Do stool form and frequency correlate with whole-gut and colonic transit? American Journal of Gastroenterology. [PubMed]
  • Globale Standards: World Gastroenterology Organisation (2025). Global Guidelines on Chronic Constipation. [WGO]
  • Stuhlfarbe: Mayo Clinic: Clinical health information on digestive symptoms. [Mayo Clinic]
  • Leitlinien zu Blutungen im unteren Magen-Darm-Trakt: Oakland, K. et al. (2019). Diagnosis and management of acute lower gastrointestinal bleeding. [PubMed]
  • Stuhlfarbe: Aoyama T. et al. "Bile pigment in small-bowel water content..." (2020, PubMed Central). [PubMed]
  • Blutungen im unteren Magen-Darm-Trakt: Ashley Bond. et al., British Society of Gastroenterology. [PubMed]
  • Anorektale Erkrankungen für Gastroenterologen: Adil E. Bharucha et al., "Anorectal Disorders", American Gastroenterological Association. [AGA]
  • Forschung zu Darmgasen: Levitt, M. D. (1971). Volume, composition, and source of intestinal gas. [AGA]
  • Häufigkeit und Regelmäßigkeit des Stuhlgangs: Susanna A Walter et al., Assessment of normal bowel habits [PubMed]

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